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Gerhard Kienle

Die Idee zur Gründung eines Akutkrankenhauses auf der Grundlage Anthroposophischer Medizin in Herdecke geht auf den später Leitenden Arzt und Neurologen Priv. Doz. Dr. med. Gerhard Kienle (1923-1983) zurück.

Der Sohn einer Diplomatenfamilie wuchs in Madrid auf und zog 1940 nach Berlin. Nach dem Studium der Humanmedizin an der Universität Tübingen, Facharztausbildung (Neurologie), neurologischer Oberarzt am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main, habilitierte sich Dr. Kienle über den Nichteuklidischen Sehraum des Menschen.

Dr. Gerhard Kienle hat die Weiterentwicklung der Medizin zu einer klinisch anthroposophischen Medizin als eine wesentliche Aufgabe in der Gesellschaft angesehen. Es war sein Lebenswerk, in Herdecke einen Ort zu begründen, an dem sich Ärzte, Therapeuten und in der Pflege Tätige bewusst dem Schicksal des einzelnen Menschen zuwenden.

In den 1970er Jahren setzte er sich für die gesetzliche Verankerung und wirtschaftliche Erstattungsfähigkeit der homöopathischen, naturheilkundlichen und anthroposophischen Medizin im deutschen Gesundheitswesen ein. In seiner Rolle als wissenschaftlicher Gutachter des Arzneimittelausschusses des Bundestages war er an der methodenpluralistischen Fassung des Arzneimittelgesetzes von 1976 beteiligt.

Literatur: Peter Selg: Gerhard Kienle - Leben und Werk. (Band 1: Eine Biographie. Band 2: Ausgewählte Aufsätze und Vorträge) Verlag am Goetheanum. Dornach. 2003. ISBN 3-7235-1165-1 (Biographie)

Gerhard Kienle: Die Würde des Menschen und die Humanisierung der Medizin. Ita Wegman Institut. Arlesheim. 2010. ISBN 978-3-905919-11-0
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